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Freitag, 15. August 2014

Neuer Fußballschuh gesucht (und gefunden)!

Mehr als einen Monat dürfen wir Deutschen uns nun schon mit dem Titel Weltmeister schmücken. Ein tolles Gefühl, das mir noch immer ein großes Lächeln ins Gesicht zaubert, zumal ich vier der sieben Deutschland-Spiele bei der Fußball WM in Brasilien im Stadion mitverfolgen durfte.


Seitdem ist bei mir auch die Lust am aktiven Fußball spielen wieder gewachsen, sodass ich bei einem Heimatbesuch in der vergangenen Woche mit ein paar guten Freunden auf dem örtlichen Fußballplatz ein paar Flankenbälle schlug und ordentlich aufs Tor bolzte. Das Problem dabei war allerdings, dass ich auf Grund des spontanen Kicks weder Fußballschuh am Fuß noch Trainingsoutfit parat hatte und improvisieren musste.

Anstatt hilfreichen Nocken nahm ich die Herausforderung an, mit meinen Laufschuhen zu spielen, was nicht wirklich von Vorteil war. Immerhin bestand das Bolzen vermehrt aus Standfußball, dem Ball hinterherlaufen und sich im Tor gegen 14 Bälle zu behaupten. Der gute alte adidas Kaiser wäre hier sicherlich sehr hilfreich gewesen, aber egal. "Hätte, hätte Fahrradkette", oder wie heißt es doch so schön?

Um demnächst nicht wieder auf dem Rasen rumrutschen zu müssen und die anhaltende Euphorie der Weltmeisterschaft in aktives Kicken mit passabler Ausrüstung umzuwandeln bin ich zur Zeit durchaus gewillt, mir ein neues Paar Fußballschuhe anzulegen. Egal, ob Nike, Puma oder eine Billigmarke - einen wirklichen Favoriten habe ich nicht und der Kauf meiner letzten Schuhe war noch zu Studienzeiten.

Quelle: sportscheck.de
Also entschloss ich mich dazu, erstmal ein bisschen zu recherchieren und wie so oft bin ich bei den Big Playern des Sportmarktes im Internet hängen geblieben. Einer davon ist SportScheck, der mich bereits seit meiner Kindheit begleitet und es mir im Internetzeitalter ermöglicht, Sportartikel zu durchstöbern, ohne auch nur einen Fuß vor die Tür setzen zu müssen. Das Multichannel Unternehmen bietet zudem eine sehr breite Sortimentsauswahl an Fußballschuhen, obgleich die Standardmarken adidas, Nike und Puma im Fokus stehen, was nicht immer vorteilhaft ist.

Die Darstellung des jeweiligen Fußballschuhs in der 360°-Ansicht bei SportScheck gefällt mir dafür umso besser und ist äußerst hilfreich bei der Auswahl des "passenden" Schuhs. Ein Blick auf die Sohle zeigt, ob die Treter für den Kunstrasen, die Halle oder die gängigen Fußballplätze geeignet sind. Wäre ja gelacht, wenn ich beim nächsten Besuch in meiner Heimat und beim Kicken mit den Freunden wieder in Laufschuhen gegen den Ball treten müsste, auch wenn ich dann keine Ausrede mehr hätte, wenn der Ball nicht dahin geht, wo ich ihn gerne hätte.

Ach übrigens... Dank dem überaus hilfreichen Filter auf sportscheck.de, der oben links im Artikel zu sehen ist, bin ich nach meiner eingeschränkten Auswahl doch tatsächlich auf das Modell gestoßen, mit dem ich schon einige Jahre zuvor äußerst zufrieden war, nämlich dem Kaiser von adidas. SportScheck scheint also zu wissen, was gut für mich ist und zu mir passt, weshalb man mit der Webseite definitiv den richtigen Fußballschuh finden kann.

Sonntag, 20. Juli 2014

Unser Weg zum WM-Titel als Cartoon

Seit einer Woche dürfen wir stolz in die Welt hinaus posaunen, dass wir Weltmeister sind. Dass sich nicht jeder über den längst überfälligen Titel freute beziehungsweise den Feierlichkeiten ein abruptes Ende setzen wollte, spiegelte sich in den schwachsinnigen Diskussionen über #Gauchogate wider.

Weltmeister sind wir aber dennoch und die Freude ist auch sieben Tage nach dem gewonnenen WM-Finale gegen Argentininen schier grenzenlos. Umso schöner, wenn zahlreiche Rückblicke auf die Weltmeisterschaft in Brasilien stets alles dafür tun, um das erfolgreiche Turnier weiterhin in Erinnerung zu behalten. Einer davon hat mir besonders gut gefallen, weshalb ich mich gezwungen sehe, diesen mit Euch zu teilen. Viel Spaß beim Anschauen!

Mittwoch, 16. Juli 2014

WM-Party durch rassistische Äußerungen versaut

In den vergangenen Wochen war es sehr still in meinem Blog. Der Grund dafür war eine Rucksacktour durch Brasilien, bei der die Fußball Weltmeisterschaft keine unwesentliche Rolle spielte. Dass die gut vier Wochen phänomenal waren, möchte ich in diesem Beitrag nicht weiter erläutern, da es mir heute um ein ganz anderes Thema geht.


So richtete mir am Anfang dieser Woche mein Freund Simon aus München nicht nur die allerbesten Glückwünsche zum Gewinn der Weltmeisterschaft aus, sondern teilte mir zugleich ein eher unschönes Erlebnis mit. Beim Public-Viewing des Finales Deutschland gegen Argentinien musste er sich während des Spiels ungewollt zahlreiche unschöne Kommentare anhören, die ihm jeglichen Spaß an einer für ihn bis dato wunderschönen Weltmeisterschaft genommen hatten.

Einen Auszug aus seiner Mail möchte ich Euch daher nicht vorenthalten:
Weswegen ich schreibe ist leider nicht so geil und hat mir gestern schon ziemlich die Stimmung versaut:
Und zwar sind wir in den Hirschgarten gegangen, um mit einigen tausend Deutschland-Fans das Spiel und den Titel zu feiern. Wir haben uns einen sehr coolen Platz mit perfekter Sicht herausgesucht. Somit beste Vorraussetzungen für einen gelungen Fussi-Abend.
Auf einmal stellen sich 3 Typen in Lederbuchse und Deutschlandshirt direkt neben uns. Ist ja nicht schlimm. Haben kurz gequatscht und schon beim zweiten Satz herausgefunden, dass es sau dämliche Nazis aus Graz (Österreich) sind. Somit war unsere Kommunikation mit den Typen schlagartig auf 0.
Als die Hymne gespielt wird, singen sie die Strophe "Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt, …“. Da war ich schon fassungslos und hatte keinen Bock selbst mitzusingen :(
Spiel geht los und die Jungs beschimpfen die Argentinier in einer Tour mit „Du scheiß Nutte, du Hure,…“. Dämlich, aber man kann es ja noch einigermaßen ignorieren. Nach einer halben Stunde war es mir dann echt zu blöd und wir haben den Stehplatz gewechselt, als die Typen voll bis oben hin gegen Farbige losledern und mit einem Palästinenser, der zufällig daneben steht, inbrünstig „Viva Palästina“ schreien :(
Das ganze hat mich echt schockiert und heruntergezogen. Erstens, dass es solch dämliche Menschen hier auf dem Planeten gibt. Und zweitens, dass es ja auch hier Gäste/Touristen gibt, denen ein krasses Bild vermittelt wird von den Deutschen!
Ich hatte echt bis fast zum Ende der zweiten Halbzeit daran zu knabbern. Da die Jungs auch voll bis unter die Hutschnur waren, habe ich nichts gesagt. Die haben auch nur nach einem Grund gesucht, um Krawall anzufangen…
Was meinst du dazu? Hoffentlich war die Stimmung bei euch besser und ihr konntet ausgelassener den Titel feiern!
Obwohl ich seit dem goldenen Tor von Mario Götze und dem damit besiegelten WM-Titel ein Dauergrinsen im Gesicht habe, so verpuffte dieses nach dem Lesen der E-Mail binnen kürzester Zeit. Es ist schon traurig, dass Personen mit solch einer Meinung hausieren gehen und anderen damit die Stimmung verderben.

Ob die geschilderten Aussagen auf einer nicht vorhandenen Intelligenz der beiden Grazer basieren oder die Aussagen tatsächlich die Einstellung der beiden repräsentieren, steht außer Frage. Für mich haben solche Äußerungen einfach nichts bei einem internationalen Event oder irgendeiner anderen Veranstaltung, wie es die Weltmeisterschaft nun mal ist, zu suchen - oder was denkt Ihr darüber?

Freitag, 25. April 2014

Lasst die Panikmache beginnen

Es sind nur noch 48 Tage bis zur WM in Brasilien. Momentan scheint es fast so, als würden die Medien weitaus Wichtigeres zu tun haben, als erste Panikattacken bei den Fußballfans gezielt hervorzurufen. Denn eigentlich machen sie genau dies vor dem Beginn sportlicher Großveranstaltungen, weshalb ich diesbezüglich gerne einen kleinen Rückblick wagen möchte.

WM 2006: Die bösen Kroaten kommen 

Bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land vor acht Jahren gastierten die Kroaten vor und zwischen den Vorrundenspielen in meinem kleinen, aber wunderschönen, Heimatort Bad Brückenau. Für die Stadt selbst eigentlich ein Riesengewinn, wären da nicht diverse Fehlkalkulationen gewesen, die man sich vom Besuch der Kroaten versprochen hatte.

Zudem geisterten schon lange vor dem Beginn der WM Gerüchte über die ach so bösen Kroaten umher. In der Lokalpresse war von üblen Schlägereien bis hin zu potenziellen Vergewaltigungen zu lesen, welche auf die bayerische Badestadt zukommen könnten. Die anfängliche Euphorie der Unterfranken wurde durch die negative Berichterstattung frühzeitig gebremst.

Schade eigentlich, denn im Nachhinein stellte sich heraus, dass die wenigen Gäste aus Kroatien nicht friedlicher und freundlicher hätten sein können. Sofern während des Turniers doch mal ein Blumentopf in der Altstadt zu Bruch ging, lag die Schuld zumeist bei den betrunkenen Einheimischen.

WM 2010: Die Gewalt regiert in Südafrika

Auch Südafrika kam 2010 in den überregionalen Medien nicht wirklich gut davon. Hier war im Vorhinein nicht etwa die Rede von wüsten Kneipenschlägereien. Vielmehr drehten sich die Schlagzeilen gleich um die Themen Mord und Totschlag. Meine Oma veranlassten solche Meldungen gar dazu, sich große Sorgen hinsichtlich meines bevorstehenden Südafrika-Aufenthaltes zu machen und sich die Frage zu stellen, warum ihr Enkelsohn sich freiwillig einer solchen Gefahr aussetzen würde.

Das Regenbogenland wurde zum Scheitern verurteilt, noch bevor die Schiedsrichter auch nur ein Spiel angepfiffen hatten. Zugegeben ist Südafrika ein extrem gefährliches Reiseziel. Sofern man sich aber an bestimmte Regeln hält, ist die Wahrscheinlichkeit, dass einem etwas zustößt eher gering. In drei Worten zusammengefasst würde ich die Südafrikaner rückblickend wie folgt beschreiben: Gastgeberfreundlich, fanatisch, dankbar.

Bitter auch hier, dass einzelne Nachrichtenportale durch die Verbreitung verheerender Berichte vor der WM zahlreiche Fußballfans abgeschreckt hatten und diese somit indirekt zum Verbleib im sicheren Deutschland zwangen, anstatt die erste Weltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent mit den Einheimischen zu genießen und Freude zu verbreiten.

WM 2014: Was erwartet uns Schreckliches in Brasilien? 

Bisher hielten sich die negativen Berichterstattungen zu Brasilien noch in Grenzen. Doch je näher das Eröffnungsspiel am 12. Juni rückt, umso mehr negative Inhalte wird es in den kommenden Wochen zu Brasilien und seinen Bewohnern geben.

Mit dem tödlichen Dengue-Fieber und den zahlreichen Streiks, bei denen mehrere Menschen ums Leben kamen, wurde der Grundstein für die Panikmache bereits gelegt. Bleibt nur noch abzuwarten, wann dann noch die tückischen Kinderbanden von Rio de Janeiro oder die mörderischen Haie von Recife ins Spiel gebracht werden.

Mein Appell an die Medien: Macht die Weltmeisterschaft doch bitte nicht schon kaputt, bevor sie begonnen hat. Wie wäre es mit ein bisschen mehr Euphorie?

Freitag, 14. März 2014

Ein paar Gedanken zum (ge)Fall(enen) Uli Hoeneß

Beim FC Bayern München findet momentan das pure Kontrastprogramm statt. Während die Mannschaft um Kapitän Philipp Lahm seit Monaten Fußball wie von einem anderen Stern spielt, durchlebt Uli Hoeneß, der Vater des Erfolges, privat wohl die schwerste Zeit seines Lebens. Denn gestern wurde die vielleicht wichtigste Persönlichkeit in der Geschichte der Rot-Weißen wegen Steuerhinterziehung zu 3 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt.

Für mich persönlich, also aus Sicht eines langjährigen Bayern-Fans, hatte Uli Hoeneß in den vergangenen Jahren eine absolute Vorbildfunktion. Was er anpackte wurde zu Gold und wo er reingrätschte, ging er stets als Gewinner hervor, auch wenn er mit seinen Meinungen bei vielen Fußballfans und Kollegen böse aneckte. Seine Arbeit als Funktionär spiegelte sich in den Erfolgen des FC Bayerns wider.

Auch als erstmals die Meldung ans Tageslicht kam, Uli Hoeneß habe Steuern hinterzogen und sich selbst angezeigt, fing das Denkmal nicht an zu bröckeln. Ganz im Gegenteil, denn ein weiteres Mal wusste ich die Ehrlichkeit des Bayern-Präsidenten zu schätzen. Doch mit dem Beginn des Gerichtsverfahrens am Anfang der laufenden Woche und der Veröffentlichung der Steuerschulden von mehr als 27 Millionen Euro, machte sich in mir große Enttäuschung breit.

Bis zur Verkündung des Urteils am gestrigen Donnerstag hatte ich noch auf eine milde Strafe, wenn nicht sogar Freispruch gehofft, was auf Grund der Höhe der hinterzogenen Steuern eigentlich absolut utopisch gewesen ist. Das Problem dabei war, dass ich Hoeneß, dem jeder Fan zu Dank für die hervorragende Arbeit der letzten Jahrzehnte verpflichtet ist, noch immer mit der Bayern-Brille betrachtete und eben nicht als Normalsterblichen. Daher hatte ich auch weiterhin das Verlangen, voll und ganz hinter Hoeness zu stehen, was mich dazu veranlasste, folgenden Tweet zu senden, der nicht überall positiven Anklang fand:


Wenig später wurde mir bewusst, dass die Thematik rund um Uli Hoeness nicht polarisierender hätte sein können. Wie auch in der Fußball-Bundesliga gab es die Fans des FC Bayern und diejenigen, die den deutschen Rekordmeister abgöttisch hassen. Im Fall Hoeness verhielt es sich genauso, nur dass die Brisanz eine weitaus größere war.

Die passenden Worte zur explosiven Stimmung zwischen den beiden Lagern fand der ehemalige Nationalspieler Christoph Metzelder, der immerhin versuchte, die erhitzte Twittergemeinde, mit wenigen (klugen) Worten zu beruhigen.


Aus neutraler Sicht bin ich mittlerweile zu der Einsicht gekommen, dass das ausgesprochene Urteil absolut gerechtfertigt ist. Aus der Fanperspektive vermischt sich hingegen die Enttäuschung über das naive Handeln von Uli Hoeneß mit einer gehörigen Portion Ungewissheit. Schließlich steht in den Sternen, wie es mit dem Verein und insbesondere der Führungsetage in naher Zukunft weitergehen wird. 

Dass ich Uli Hoeneß weiterhin den Rücken stärken werde, steht völlig außer Frage. Fakt ist, dass das, was der Rekordmeister Hoeneß zu verdanken hat, unbezahlbar ist. Und so freue ich mich schon jetzt auf den Hohn und Spott, den ich mir in der kommenden Woche im Auswärtsblock zusammen mit vielen anderen FCB-Anhängern beim FSV Mainz 05 anhören darf. Denn gerade jetzt zählt "Mia san mia" und "Pack ma´s" mehr denn je.

Donnerstag, 6. März 2014

Neymar und der Mini-Flitzer aus Südafrika

Im FNB Stadium in Johannesburg fand gestern das Spiel der Bafana Bafana gegen den Gastgeber der diesjährigen Fußball Weltmeisterschaft, nämlich Brasilien, statt. Nicht etwa das 5:0 des Favoriten aus Südamerika oder die drei Tore von Superstar Neymar waren das Highlight des Abends.

Vielmehr stand ein Flitzer in Form eines kleinen Jungen im Mittelpunkt, der sich nach dem Abpfiff auf das Spiel wagte und kurzerhand selbst zum Star avancierte. Aber seht selbst ...

Freitag, 14. Februar 2014

Happy Valentine´s Day!

Köstliches Liebeslied, das zwar bereits vor vier Jahren online gestellt wurde, allerdings bestens zum heutigen Valentinstag passt. Vorgetragen wird das durchaus romantische Ständchen von einigen Hooligans, die ausnahmsweise mal ihre weiche Seite zum Ausdruck bringen.

Viel Spaß mit der etwas anderen Interpretation von Savage Gardens "Truly, Madly, Deeply".

Montag, 29. April 2013

Komm ins Stadion - hier bist du sicher!

Von Nacktscannern und schärferen Kontrollen in Fußballstadien war in den vergangenen Monaten immer wieder die Rede. Selbst die Abschaffung von Stehplätzen wurde heiß diskutiert, was nationale Fanszenen unter anderem zur Aktion 12:12 - Ohne Stimme keine Stimmung veranlasste. Hauptgrund dafür war das Einmischen der Politik in den deutschen Fußball, welche (leider noch immer) ein viel zu hohes Gefahrenpotenzial in den nationalen Stadien sieht und gegen Ende 2012 vermehrt Druck auf die DFL, den DFB und die einzelnen Vereine ausgeübt hatte.

Dass dies völliger Quatsch ist, wissen Fans, die Woche für Woche ins Stadion pilgern, selbst am besten. Potenzielle Fußballfans und Außenstehende werden durch die geforderten politischen Maßnahmen allerdings meist abgeschreckt. Meldungen diverser Boulevardblätter bestärken diesen Zweifel an der Stadionsicherheit zudem, was alles andere als förderlich für den hiesigen Fußballsport ist und ein schlechtes Bild auf Anhänger, Vereine und Funktionäre wirft.

Der FC St. Pauli dreht den Spieß nun um und wirbt mit der Kampagne "Komm ins Stadion!" gezielt für einen Besuch im Stadion, schließlich ist es dort laut Kriminologe Prof. Dr. Thomas Feltes bis zu 350-mal weniger gefährlich als im alltäglichen Leben. Sinn und Zweck des Kultclubs vom Hamburger Kiez ist es nicht etwa stumpfsinnige Zahlen zu vergleichen, sondern vielmehr "eine offene und sachlich geführte Diskussion ohne Polemik" zu führen.


Personen, die bisher noch nicht in den Genuss kamen, eine Begegnung einer Profimannschaft in Deutschland live vor Ort anzuschauen, sollten dies auf alle Fälle tun, auch wenn zeitgleich die Gefahr besteht, dass in der Wohnung zu Hause eingebrochen werden könnte. Die Wahrscheinlichkeit ist immerhin bei weitem größer als ein Übergriff im Fußballstadion.

Sonntag, 21. April 2013

Die Sucht Fußball: Erfahrungsbericht eines ganz normalen Fans

Was macht es eigentich aus, dieses Fan-Dasein? Während ich die erste Frage einfach mal im Raum stehen lasse, sitze ich im Zug von Stuttgart nach Offenburg und halte meine Gedanken dazu in einem kleinen Notizbuch fest.

DFB-Pokal-Halbfinale VfB Stuttgart gegen SC Freiburg

Bereits zum zweiten Mal in dieser Woche hat es mich in die Mercedes-Benz Arena der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg verschlagen, um den SC Freiburg gegen den VfB Stuttgart auswärts zu unterstützen. Beide Spiele, sowohl das DFB-Pokal-Halbfinale als auch der 30. Spieltag der Fußball Bundesliga gingen mit 2:1 verloren. Ein Desaster, zumindest für die meisten Insassen im Zug zurück nach Baden.

Man mag meinen, dass ich auf Grund der Strapazen, die ich in den vergangenen vier Tagen auf mich genommen habe, ein großer Fan des SC Freiburg bin, was so allerdings nicht ganz richtig ist. Meine Nummer 1 ist seit nunmehr 23 Jahren der FC Bayern München und wird dies auch weiterhin bleiben. Eine große Smpathie zu den Breisgauern besteht dennoch, was vor allem daran liegt, dass ich seit anderthalb Jahren in der Nähe von Freiburg arbeite, stolzer Dauerkartenbesitzer des SC bin und bei 32 von 34 Ligaspielen stets enthusiastisch für die Freiburger Beifall klatsche und Fanchöre mitsinge.

Oft frage ich mich, warum Fußballfans ihrem Team hinterher reisen und es frenetisch anfeuern, selbst bei bitteren Niederlagen stets hinter der Mannschaft stehen. Die Antwort ist mir zwar schon seit vielen Jahren bekannt, verblüfft mich aber immer wieder aufs Neue: Fußball ist eine Sucht!

Warum würde ich sonst einem Verein zu Auswärtsfahrten folgen, der nicht einmal mein Lieblingsverein ist, bereits am Mittwoch gegen selbige Mannschaft verloren hatte und dessen Aussichten auf eine erfolgreiche Revanche am heutigen Sonntag nicht allzu rosig waren. Ich gebe die Schuld voll und ganz diesem so genannten Fanatismus, der sich bei Wikipedia als "das Besessensein von einer Idee, Vorstellung oder Überzeugung" sowie "eine besonders hohe emotionale Wertschätzung" definiert.

Manch ein Anhänger eines deutschen Fußballclubs spricht gar von "Echte Liebe". Auch der Spruch "Freundinnen hat man im Leben viele, Vereine allerdings nur einen" bestätigt, dass man die Beziehung zwischen Fan und Verein durchaus alle eine innige Partnerschaft ansehen kann. Oftmals sind es die Frauen der männlichen Fans, die eifersüchtig auf das Team des Liebsten reagieren, da diesem insbesondere an Wochenenden mehr Beachtung geschenkt wird.

Nicht, dass Frauen im Allgemeinen keine fanatischen Bewunderer eines Fußballvereins sein können. Ganz im Gegenteil, denn der prozentuale Anteil an Frauen in deutschen Stadien ist alles andere als gering. Viele konvertieren spätestens nach dem ersten Besuch im vollen Hexenkessel bei bester Stimmung von Ballsporthasser über Klatschpappenklatscher und Modefan bis hin zum enthusiastischen Supporter. Wie bereits erwähnt, es ist eine Sucht und ist man einmal angefixt, dann kommt man nur schwer wieder davon los.

Aus diesem Grund geht es auch für mich in der kommenden Woche zum dritten Auswärtsspiel des SC Freiburg in Folge. Doch dieses Mal ist es eines der beiden, bereits angesprochenen, Saisonspiele, in denen ich eben nicht für die mir ans Herz gewachsenen Südbadener klatschen werde, denn es geht zum Heimspiel meines FC Bayern in die Allianz Arena. So ist das eben mit dem Fußballsport: Wenn es darauf ankommt, dann zählt halt doch nur ein Verein!

Sonntag, 17. März 2013

Ein Besuch bei der TSG 1899 in Sinsheim

Retorten-, Plastik- und Kommerzverein! In der deutschen Fußball Bundesliga verbindet man mit diesen Begriffen oftmals drei Vereine, nämlich Bayer 04 Leverkusen, den VfL Wolfsburg und die TSG 1899 Hoffenheim. Um mir seit längerer Zeit mal wieder ein Bild von den in der Allgemeinheit meist ungeliebten Vereinen zu machen, war ich gestern zu Gast in Sinsheim, also bei den Kickern aus Hoffenheim.

Schon zu meiner Studienzeit war ich ab und an bei Heimspielen des VfL Wolfsburg im Stadion. Die Gründe dafür lagen darin, dass ich einerseits professionellen Fußballsport sehen wollte und wir andererseits auf Grund des Sportmanagement-Studiums in Salzgitter oftmals an Freikarten kamen. Standen uns diese mal nicht zur Verfügung, so war bereits im Vorhinein klar, dass man zu fast allen Spielen auch noch am Spieltag vor dem Stadion Karten bekommen würde. 

Gestern zog es mich dann erstmals nach Sinsheim in die Rhein-Neckar-Arena, um mir eine der vielleicht letzten Begegnungen der TSG 1899 in der ersten Liga gegen den FSV aus Mainz anzuschauen. Ich kann vorwegnehmen, dass es sowohl ein bitterkalter, als auch ein äußerst ruhiger Stadiontag wurde, zumindest was die Anfahrt und die Atmosphäre im Stadion betraf. 

Die Zugfahrt gestaltete sich ebenfalls als ziemlich stressfrei. So hatte ich, wie es bei meinen sonstigen Stadionbesuchen nur sehr selten der Fall ist, einen 4er-Sitzplatz in der Bahn ganz für mich alleine. Auch an den Zwischenstationen von Eppingen nach Sinsheim stiegen mehr Leute aus als tatsächlich ein, was mich daran zweifeln ließ, doch tatsächlich im richtigen Zug zu sitzen. Einige Anhänger der Blauen waren dennoch  anwesend, was mich etwas beruhigte. 

An der Arena in der Dietmar-Hopp-Straße, die direkt an der A6 liegt und deren Namensgeber ich ehrlich gesagt sogar ziemlich sympathisch finde, begab ich mich umgehend zum Gästeblock, da ich mir ein Ticket für die Mainzer Kurve besorgt hatte. Dies lag unter anderem daran, dass einige meiner Familienmitglieder aus Mainz kommen und ich schon einige Male mit diesen am Bruchweg und der neuen Coface Arena war und somit eine gewisse Sympathie für den Verein habe. Außerdem lassen sich die Teamfarben der Mainzer auch ganz gut mit denen meines Lieblingsvereins aus München vereinbaren.  

Beim Anstehen musste ich unweigerlich feststellen, dass die Thematik um die Sicherheit in deutschen Fußballstadien auch im Kraichgau angekommen war und strikt nach Vorschrift umgesetzt wurde. Knapp eine dreiviertel Stunde musste ich warten, bis ich doch tatsächlich in den Innenbereich zu meinem Sitzplatz vorgedrungen war. Zugegeben war diese lange Wartezeit nicht nur darin begründet, dass selbst einzelne Geldbeutel durchsucht wurden. Auch die Rucksäcke zahlreicher Fans wurden ausgiebig inspiziert. Liebe Fans, warum braucht ihr diese überhaupt im Stadion?

Kurz vor dem Anpfiff waren sämtliche Mainz 05-Fans in sehr guter Stimmung, aus dem Hoffenheim-Block war jedoch wenig zu hören. Vielleicht lag es an der Entfernung oder den vielen freien Sitzplätzen. Vielleicht aber auch an den wenig fanatischen Gästen in den Logen. Auffällig war für mich auch, dass die Hauptgerade des durchaus attraktiven Stadions fast zu 50 Prozent aus eben diesen Logen besteht. Ein absoluter Stimmungskiller, zumal die äußeren noch nicht einmal besetzt waren.

Wie auch immer. Das Ergebnis (0:0) spiegelte sich in der Qualität des Bundesligaspiels wider und so machte ich mich um 17.20 Uhr wieder in Richtung Haltestelle, wo ich entspannt und ohne Gedränge auf meinen Zug wartete. Wie auch schon auf der Hinfahrt hatte ich einen, eigentlich für 4 Personen gedachten, Bereich komplett für mich alleine. Auch dumme, unangepasste Sprüche von Seiten der Heimfans gab es nicht, obwohl ich weit und breit der einzige Rot-Weiße war. 

Aber vielleicht ist das so der ganz normale Alltag bei einem Nicht-Traditionsverein, oder?

Sonntag, 20. Januar 2013

Ein paar Gedanken zu Pep Guardiola

Es ist der Transfer-Coup der diesjährigen Fußball Bundesliga Saison oder vielleicht sogar der gesamten Liga-Geschichte. Nicht etwa ein Spieler ist der gefeierte Star, sondern ein Trainer: Josep „Pep“ Guardiola, der zukünftig die Zügel beim FC Bayern München in die Hand nehmen wird und schon jetzt einem Hype zum Opfer fällt, der fast schon mit dem damaligen Wechsel eines gewissen David Beckham zu Real Madrid zu vergleichen ist.

Wirft man einen Blick auf die Bilanz des 42-jährigen Trainers, dann ist die noch junge Karriere bereits mit genau den Titeln gespickt, von denen die meisten Kollegen des gebürtigen Katalanen nur träumen können:

2 x FIFA Club-Weltmeister (2009, 2011), 2 x UEFA Champions League-Sieger (2009, 2011), 2 x UEFA Super Cup-Gewinner (2009, 2011),3 x Spanischer Meister (2009, 2010, 2011), 2 x Spanischer Pokalsieger (2009, 2012), 3 x Spanischer Supercup-Gewinner (2009, 2010, 2011) 

Für die Fußball Bundesliga ist der Transfer des Spaniers definitiv eine enorme Aufwertung. Nicht nur, dass das positive Image der Liga weiter gestärkt wird. Auch die Anreize für andere Superstars in die finanzstärkste Liga Europas zu wechseln ist dadurch enorm gestiegen. Dies ist unter anderem aktuellen Beispiel zu erkennen, bei dem im Geld schwimmende Vereine wie Paris Saint-Germain und der FC Chelsea den Kürzeren ziehen mussten.

Wie hat es Thomas Strunz heute im Doppelpass so schön erwähnt: „Geld ist nicht der entscheidende Faktor gewesen.“ Vielmehr spielten für Pep Guardiola die perfekten Bedingungen, Stabilität und die Zukunftsperspektive des FC Bayern eine Rolle und nicht die von Abramovitsch gebotenen 66 Millionen Euro für drei Jahre. Und eben das macht den ehemaligen Mittelfeldspieler bereits vor seiner Ankunft in Deutschland sympathisch, nicht nur bei den Bayern-Fans.

Mit dem Transfer machen Hoeneß und Co. ganz klar deutlich, dass sie in den kommenden Jahren Europas Top-Club werden wollen. So wird sich (vielleicht) selbst Guardiolas Nachfolger beim FC Barcelona, Tito Vilanova, in Zukunft warm anziehen müssen. Vilanova, der Guardiola zuvor bei Barca assistierte, hält übrigens noch immer große Stücke auf seinen damaligen Mentor und gratuliert dem FC Bayern zu seinem meisterlichen Coup.

Auch wenn ich von der Neuverpflichtung für die kommende Saison absolut angetan bin, so spukt doch die ein oder andere skeptische Frage in meinem Kopf herum:

  • Ist der Hype um Pep Guardiola nicht doch etwas zu groß? 
  • Sind Titelgewinne mit Spielern wie Messi, Iniesta und Xavi nicht sowieso ein Selbstläufer? 
  • Fehlt es Guardiola nicht doch noch an Erfahrung? Das beste Beispiel für ein misslungenes Gastspiel ist Jürgen Klinsmann und sein Kurzaufenthalt beim FC Bayern. 
  • Wird es Kommunikationsprobleme auf Grund der Sprachbarriere geben? Uli Hoeness war es schließlich immer wichtig, dass ein Trainer die Sprache der Spieler spricht. 

Natürlich regen die obigen Fragen zum Nachdenken an und mindern den Hype um den Startrainer. Doch glaubt man den Aussagen von Jürgen Klopp, Willi Lemke und anderen Personen, die eine Menge vom Fußballsport verstehen, dann steht fest, dass Guardiola über Fähigkeiten verfügt, die nicht allzu verbreitet sind auf diesem Planeten. Er wird sicherlich seine Zeit brauchen, doch mit der Vorarbeit von Jupp Heynckes, die nicht besser hätte sein können, wird er dem FC Bayern das in der vergangenen Saison fehlende Siegergen zurückgeben.

Was die Sprachprobleme von Guardiola betrifft, so scheint dieser bereits fleißig Deutsch zu lernen. Auch seine zukünftigen Spieler soll der Coach seit Anfang der laufenden Saison ausgiebig analysieren. Beste Vorzeichen also für einen tollen Einstand beim deutschen Rekordmeister, zumal „Pep“ eine perfekt funktionierende Mannschaft von Don Jupp übernehmen wird.

Ich freue mich schon jetzt auf die erste Pressekonferenz von Josep Guardiola, bin äußerst optimistisch, was die Zukunft des FC Bayern betrifft und richte ein großes Dankeschön an Jupp Heynckes für die tadellose und überaus erfolgreiche Arbeit in der Säbener Straße.

Sonntag, 9. Dezember 2012

12:12 - Ohne Stimme keine Stimmung

Auch an diesem Spieltag war es für die ersten 12 Minuten und 12 Sekunden mucksmäuschenstill in Deutschlands Fußball-Stadien, mal abgesehen von pubertierenden Teenagern und betrunkenen Junggesellenabschieden, die ihre unangebrachten Sprechchöre zum besten geben mussten. So zumindest geschehen im Freiburger Mage Solar Stadion beim gestrigen Spiel gegen Greuther Fürth.

Gute Laune bei Freiburg gg. Fürth
Der Grund für das Schweigen zum Spielbeginn sollte mittlerweile allgemein bekannt sein. Falls nicht, dann hier eine kurze Erklärung zur Aktion „12:12 – ohne Stimme, keine Stimmung“: Die Politik möchte mehr Sicherheit in Deutschlands Fußballstadien haben und mischt sich seit einiger Zeit vermehrt in die Fankultur der Bundesliga ein, um eben diese zu gewährleisten. Auf die Forderungen der (leider oftmals) fußballfremden Politiker haben die DFL und der DFB reagiert und gegen Ende September das Positionspapier „Sicheres Stadionerlebnis“ erstellt, welches Maßnahmen beinhaltet, die für den gewöhnlichen Fan nicht tragbar sind. 

Grundsätzlich ist nicht alles schlecht, was im Positionspapier des DFL und DFB enthalten ist. Das große Problem liegt allerdings darin, dass weder die Fanszene noch die Fan- und Sicherheitsbeauftragten in den Prozess der Erstellung mit einbezogen wurden. Zu Recht war dies den Fans ein Dorn im Auge, weshalb Proteste dazu aufriefen, die ersten 12 Minuten und 12 Sekunden im Stadion zu schweigen. Auch Banner mit dem Titel „Fick dich DFL!“, wie gestern beim Spiel des SC Freiburg gegen Fürth, waren keine Seltenheit. 

Immerhin hat der DFL eingelenkt und im Nachhinein den Dialog mit den Vereinen und deren Fans gesucht, um gemeinsam an einem neuen Konzept zu arbeiten bzw. neue Vorschläge einfließen zu lassen. Über das endgültige Diskussionspapier soll dann schließlich am 12. Dezember entschieden werden. Was es dann tatsächlich beinhalten wird ist unklar, aber die Schlipsträger, die hinter dem Papier stecken, meinen es mit ihren realitätsfernen Forderungen durchaus ernst.

DFB-Pokal: Pauli-Fans in Offenburg
So ist es das primäre politische Ziel, die Gewalt rund um den Fußball einzudämmen, wogegen nichts spricht. Doch Maßnahmen wie schärfere Einlasskontrollen bis hin zur Leibesvisitation, Spiele unter Ausschluss der Gäste-Fans, die Abschaffung von Stehtribünen, Kollektivstrafen für Fanclubs, Geisterspiele und das Verbot von Pyrotechnik gehen meiner Meinung nach definitiv zu weit. Sollten all diese Dinge früher oder später in die Tat umgesetzt werden, so würde in den Stadien demnächst eine Stimmung herrschen, als säße man im Deutschen Bundestag – einfach ziemlich öde!

Mein Wunsch für die Zukunft ist, dass ich auch weiterhin in einem Fanblock stehen kann und von der Stimmung der Heim- als auch der Gästefans mitreißende Fußballspiele anschauen kann. Die DFL und der DFB sollten zudem nicht nur enger mit den Vereinen zusammen arbeiten, sondern auch die Meinung der Fans berücksichtigen, was zugleich auch auf einzelne Vereine zutrifft. Kein Fan möchte unsichere Stadien haben, aber eine Stimme, mit der er oder sie zumindest einen Teil zu eben diesem Ziel beitragen kann. Unüberlegte Maßnahmen und Sanktionen der DFL und des DFB werden die Aggressionen andernfalls nur noch steigern.

Mehr Infos zum Projekt gibt es auch unter www.12doppelpunkt12.de

Samstag, 18. August 2012

St. Pauli erobert Offenburg und die Herzen der Fans

Nach einigen Wochen Pause füllen sich die deutschen Fußballstadien endlich wieder. Zwar beginnt die Bundesliga erst in sechs Tagen, allerdings fand an diesem Wochenende die erste Runde des DFB-Pokals statt. Umso schöner, dass einer der Austragungsorte mein aktuelles zu Hause Offenburg war, denn der Offenburger FV begrüßte den FC St. Pauli vor heimischer Kulisse.

Selbstverständlich durfte ich mir das Spiel des zurecht favorisierten und überaus sympathischen Zweitligisten gegen den Underdog aus der Oberliga nicht entgehen lassen. Daher pilgerte ich mit einigen Arbeitskollegen frühzeitig zum Karl-Heitz Stadion, wo circa 10.000 Fans sehnlichst auf den Anpfiff warteten und bei 38° Grad ordentlich ins Schwitzen kamen, Sonnenbrand inklusive. 

Während die St. Paulianer das Offenburger Stadion trotz der enormen Hitze in ihre ganz persönliche Heimspielstätte verwandelten, waren die Einheimischen damit beschäftigt, sämtliche Wasserreserven leer zu trinken. So kam es, dass die Trinkwasservorräte bereits in der 5. Minute aufgebraucht waren. Nach der ersten Halbzeit gab es zeitweise auch keine Cola mehr, was dem Körper in der prallen Sonne alles abverlangte. 

Da die Auswärtsfans in ihrem kleinen Käfig weder Verpflegungsstationen noch Toiletten hatten, wurden diese regelmäßig mit Wasserwerfern der städtischen Feuerwehr nass gespritzt, was mich auf der Gegenseite schon ziemlich neidisch machte. Doch die Fans des hanseatischen Kultclubs hatten sich die feuchte Abkühlung mehr als verdient, da sie der Grund dafür waren, dass aus dem eher langweiligen Spiel (3:0-Sieg für St. Pauli) ein absolutes Fußball-Highlight wurde. 

Für mich war es das zweite Mal in meiner bisherigen Zuschauerlaufbahn, dass ich mir die Kiezkicker anschauen durfte und wie schon damals in Hamburg war ich von der tollen Fankultur hin und weg. Wahnsinnig nette Menschen, die sich die Liebe zum Fußball und Rock´n Roll zum Lebensmotto gemacht haben. Außerdem vertritt der Verein eine Philosphie, die in Deutschland einzigartig ist. Auch die unterlegenen Offenburger nach dem Spiel frenetisch zu feiern spricht für die Sympathie der Hamburger. 

Ich freue mich auf alle Fälle auf die kommende Woche, denn dann geht die Bundesliga wieder los, in der hoffentlich auch bald wieder der FC St. Pauli zu finden ist - ein klasse Club mit tollen Fans!

Samstag, 30. Juni 2012

EM 2012: UEFA verarscht Fernsehzuschauer

Die Europameisterschaft 2012 ist noch immer in vollem Gang. Auch wenn wir im Halbfinale gegen Italien rausgeflogen sind, so werden uns einige Bilder und Situationen sicherlich unvergesslich bleiben. Für zwei davon sorgte auch die UEFA, dich sich das Recht rausgenommen hatte, Spielszenen von zwei Live-Übertragungen zu manipulieren.

1. Jogi Löw und der Balljunge


Beim Spiel der Niederlande gegen Deutschland soll Jogi Löw einem Balljungen in der 22. Minute den Ball spitzbübisch unter dem Arm weggeschlagen haben. Bei der Liveübertragung gab es nicht nur ordentlich Sympathiepunkte für den deutschen Trainer, sondern auch eine Menge Lacher und ordentlich Beifall.

Problem: Die Szene ist nicht in der 22. Minute entstanden, sondern bereits 20 Minuten vor dem Spiel. Mehr als 27,22 Millionen ZDF-Zuschauer wurden somit hinters Licht geführt. 

2. Deutsche weint beim Italien-Spiel

Quelle: ARD

Nach dem 2:0 von Mario Balotelli im Halbfinale der EM 2012 wurden ebenfalls einige Ausschnitte von trauernden Fans gezeigt. Mit dabei eine Frau aus Düsseldorf, bei der bereits Tränen flossen. Emotionen pur in einem packenden EM-Klassiker. 

Problem: Auch die Bilder der weinenden Frau waren ein Fake, da sie nicht im Anschluss an Balotelli´s zweiten Streich entstanden, sondern bereits während der Nationalhymne.

Mit diesen Aktionen leistete sich die UEFA einen absoluten Fauxpas. Auch, wenn die Absicht der Vereinigung Europäischer Fußballverbände weitere Informationen zu liefern sicherlich eine andere war, der Schuss ging definitiv nach hinten los. Kleine Anregung für die UEFA: Wir möchten auch in Zukunft echte Bilder sehen. Danke!

Dienstag, 24. April 2012

Social Media: Dänen zum Schweigen gezwungen

Lewis Holtby, Mario Götze und Hans Sarpei. Alle drei haben zwei Dinge gemeinsam: Sie sind Fußballprofis und sie kommunizieren gerne im Social Web. Was sollte sie auch daran hindern? Ein Maulkorb etwa?

Einen solchen haben nämlich die Fußballspieler der dänischen Nationalmannschaft verpasst bekommen, was im Königreich für große Empörung sorgte. So hatte die DBU (Dansk Boldspil Union) betont, dass es den Spielern während der diesjährigen Fußball Europameisterschaft untersagt sei, in Form von sozialen Netzwerken mit der Außenwelt zu kommunizieren.

Laut focus.de äußerte sich Lars Berendt, der aktuelle Kommunikationschef der DBU, wie folgt zu der Thematik: „Während der EM wird so viel kommuniziert, dass wir den Zeitpunkt dieser Unterhaltungen auf die Treffen mit den Medien begrenzen.“ Deutlicher kann man seinen Schützlingen wohl kaum den Mund verbieten.

Kein Wunder also, dass die Aussagen des dänischen Fußballverbandes ein wahres Feuerwerk entfacht haben. Sogar vor angesehen Politikern des Landes machte das Twitter- und Facebook-Verbot nicht Halt. Kulturminister Uffe Elbæk fordert von der DBU gar eine offizielle Erklärung, denn seiner Meinung nach sei das Verbot ein wahrer Eingriff in die Meinungsfreiheit.

Dass der DBU aber durchaus Erfolg damit hat, die einzelnen Spieler zum Schweigen in virtueller Form zu zwingen, zeigt auch das Beispiel Thomas Sørensen, seines Zeichens Kapitän der dänischen Mannschaft. Der Torwart von Stoke City äußerte sich zum Verbot (via Twitter), dass es auch eine Zeit gab, in der man ohne Twitter gelebt hat, was die Spieler natürlich auch während der EM wieder tun können.

Der erste Maulkorb wurde somit wohl oder übel erfolgreich verpasst!

Generell ist es sehr schade, wenn es Sportlern verboten wird, mit den eigenen Fans zu kommunizieren. Vor allem während sportlicher Großereignisse, wie zum Beispiel der Europameisterschaft 2012, hat man als Außenstehender durch persönliche Tweets oder sonstiger Nachrichten im Social Web noch mehr das Gefühl, ein Teil vom großen Ganzen zu sein.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Ausnahmen, bei denen es durchaus Sinn macht, das Smartphone für eine gewisse Zeit abzunehmen, um keine Nachrichten nach außen dringen zu lassen. Doch liegt es nicht auch ein wenig an den Verbänden und Vereinen, ihre Stars auf die digitale Kommunikation vorzubereiten?

Mittwoch, 21. März 2012

HSV musikalisch bereits für die 2. Liga gerüstet

Dass der Bundesliga-Dino Hamburger SV momentan alles andere als sportlich erfolgreich ist, ist bereits bekannt. Manch einer bereitet sich sogar schon auf die 2. Liga vor bzw. schickt hämische Grüße an die Elbe.

So bin ich rein zufällig auf das Lied "Hamburg meine Perle" gestoßen, allerdings in der Zweitligaversion. Viel Spaß beim Anhören!




Nette Idee, auch wenn es meiner Meinung nach eher unwahrscheinlich ist, dass der HSV das Oberhaus tatsächlich verlassen wird. Warten wir es mal ab...

Freitag, 24. Februar 2012

Fußball: Top 10 der verschiedensten Spielformen

Fußball ist weltweit die Sportart Nummer 1. Kein Wunder also, dass sich aus der im 19. Jahrhundert in England entwickelten Ballsportart eine Vielzahl weiterer Formen entwickelt hat. Via Twitter bin ich auf ein Video aufmerksam geworden, welches die Top 10 der kuriosesten Fußballarten zeigt.

Viel Spaß beim Anschauen!

Sonntag, 12. Februar 2012

Rückblick auf die WM 2010 via Lego

Ein Ereignis, auf das ich immer wieder gerne zurück blicke, ist die FIFA Fußball Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Mittlerweile ist sie bereits seit fast zwei Jahren Geschichte, doch so richtig losgelassen hat sie mich noch immer nicht.

Dies liegt natürlich auch daran, dass ich damals das große Glück hatte, selbst vor Ort zu sein und sieben Spiele live im Stadion miterleben zu können. Ein Glücksbringer für die DFB-Elf war ich allerdings nicht, denn von drei Spielen, bei denen ich anwesend war, wurden zwei verloren. Definitiv keine gute Bilanz für mich.

Eine Sache, die mich ebenfalls noch immer fasziniert und ich mir gerne rückblickend anschaue, sind die anhand von Legofiguren dargestellten WM-Spiele. Die Mühe machte sich ein gewisser Fabian Moritz, der die wichtigsten Szenen sämtlicher Spiele der WM 2010 mit den beliebten Spielzeugfiguren nachspielte.

Nicht nur Klose, Poldi und Co. avancierten 2010 zu Stars, sondern auch der damals 19-jährige Abiturient aus Laatzen, dessen aufwändig erstellte Videos rasend schnell um die Welt gingen. Sogar von der englischen Tageszeitung "The Guardian" kamen Anfragen für die Produktion einiger Videos.

Mein persönliches Highlight ist (bzw. war) das Spiel Deutschland gegen Serbien, sowohl real, als auch animiert (Beim Elfer von Poldi saß ich übrigens in der linken Ecke. Habe mich allerdings noch nicht als Legofigur identifizieren können).

 
Noch immer bin ich ein Fan dieser Animationen und sehe weiterhin ein großes Potenzial darin, erfolgreiche virale Kampagnen mit Hilfe der kleinen Plastikmännchen zu starten. Doch wie funktioniert das Ganze eigentlich in der Praxis?

Generell braucht man für die Produktion eines zweiminütigen Films nicht allzu viel. Ein kleiner Raum als Studio und eine Digitalkamera mit Stativ reichen völlig aus. Ach ja, über viel Zeit, Geduld und eine Menge Legosteine sollte man ebenfalls verfügen.

Die Spieler, Fans im Hintergrund und der Ball werden Schritt für Schritt bewegt. Nach jeder noch so kleinen Veränderung der Positionen wird auf den Auslöser gedrückt. Die einzelnen Bilder werden schließlich am Computer zusammengefügt und mit einer Tonspur hinterlegt - fertig!

In einem Interview von tagesspiegel.de mit Fabian Moritz sagte der Künstler, dass er pro Tor circa drei Stunden benötigt hatte. Der 4:0-Sieg der Deutschen gegen die Australier dauert insgesamt sogar mehr als zehn Stunden.

Sehr aufwändige Produktion, allerdings sprechen die Aufrufe der YouTube-Videos für sich. Wäre es nicht mal wieder an der Zeit für ein Viral mit den winzigen Plastikmännchen als Protagonisten?

Da lässt sich doch sicherlich was machen...

Sonntag, 1. Januar 2012

TV-Show: Ailton wird Teilnehmer beim Dschungelcamp 2012

Das neue Jahr hat kaum begonnen, da gibt es bereits die erste kuriose Geschichte aus der Welt des Sports. Oder besser gesagt, aus der Welt des geschmacklosen Entertainments, denn ein ehemaliger Torschützenkönig der Fußball Bundesliga zieht in knapp zwei Wochen ins Dschungelcamp 2012.

Die Rede ist vom Brasilianer Aílton Gonçalves da Silva (kurz: Ailton), der enorme Geldprobleme zu haben scheint und sich durch die Show des Kölner Privatsenders RTL ein bisschen Geld dazu verdienen möchte. Oder plant er etwa eine neue Karriere in Film und Fernsehen? Wer weiß...

Dass der ehemalige Stürmerstar nicht der erste Sportler ist, der sich mit neun weiteren Kandidaten um den Titel des Dschungelkönigs streitet, zeigt die folgende Liste:
  • Carlo Thränhardt (2004) - Leichtathlet
  • Jimmy Hartwig (2004) - Fußballer
  • Eike Immel (2008) - Fußballer
  • Norbert Schramm (2009) - Eiskunstläufer
  • Thomas Rupprath (2011) - Schwimmer 

Ailton zählt nun also zum Kreis der mehr oder weniger elitären Promis, die sich ab dem 13. Januar im Dschungel in verschiedenen Prüfungen duellieren werden.

Für den Torschützenkönig und Deutschen Meister von 2004 bleibt nur zu hoffen, dass er seinen Fans weiterhin als ehemaliger Bundesligastar in Erinnerung bleibt und nicht als belächelter Teilnehmer einer TV-Show.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Tracking-Tools machen Fußballer transparent

Nicht nur die sozialen Netzwerke sorgen dafür, dass der einzelne Internetuser von Tag zu Tag durchschaubarer wird. Nein, jetzt geht es sogar den Fußballprofis an den Kragen. Denn seit einiger Zeit ist es auch im Amateurbereich möglich, jeden einzelnen Spieler anhand eines Chips zu tracken und ihn somit transparent zu machen, insbesondere was sein Laufverhalten betrifft.

Laufwege und Sprints tracken
Wie ich finde ist das eine sehr gute Sache, da durch einen bestimmten Chip die Laufwege, Sprints und teilweise auch die Schussstärke perfekt nachvollzogen werden können. Insbesondere der Trainerstab und die Spieler profitieren von solchen Aufzeichnungen, egal ob es das eigene Team betrifft oder das Ausspionieren der gegnerischen Mannschaft.

Selbstverständlich macht auch der Markt nicht vor solchen Innovation Halt, weshalb ich mir ein paar Produkte etwas näher angeschaut habe. Um nicht sämtliche dieser mehr oder wenigen empfehlenswerten Produkte aufzuzählen oder einige Marken (vielleicht) unbegründet in den Schatten zu stellen, möchte ich Euch lediglich meinen persönlichen Sieger etwas genauer vorstellen.

And the winner is…




Natürlich gefiel mir beim BeMeister nicht nur das obige Video. Insbesondere die Tatsache, dass die Sohle in jeden Fußballschuh passt, hat für mich den Unterschied zu den großen Sportartikelherstellern gemacht. Deshalb konnte auch adidas mit dem miCoach Schuh nicht mithalten. Individualität ist nun mal das A und O!

Klasse fand ich auch, dass die Jungs und Mädels von BeMeister einen Fußball entwickelt haben, mit dem man sowohl die Schusskraft als auch die Rotation des Balls messen kann. Die Daten können schließlich per Armbanduhr live kontrolliert werden, was natürlich auch auf die Laufwege und Sprints zutrifft.

Das komplette Set von BeMeister
Mit dem entwickelten teamsystem kann der Trainer zudem all seine Schützliche in Echtzeit überwachen. Dem ein oder anderen lauffaulen Spieler wird dies sicherlich Kopfschmerzen bereiten, da er sich von nun an nicht mehr verstecken kann.

Ich selbst bin gespannt, wie sich die Chips, Sohlen, Bälle und sonstigen Tool weiterentwickeln und welche Daten der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Eine Erkenntnis ist, dass die anhaltende Transparenz auch bei Profisportlern keine Gnade kennt.

Wer sich näher über den BeMeister informieren möchte, der kann dies auf be-meister.com tun.